Wer kommunikationswissenschaftliche Phänomene und Fragestellungen untersuchen will, muss sicher mit einem grundlegenden Repertoire an empirischen Forschungsmethoden und Analysestrategien umgehen können. Der/die Forschende muss im konkreten Fall eine begründete methodische Wahl treffen, die Erkenntnisinteresse, Untersuchungsgegenstand und ethisch-rechtlichen Anforderungen gerecht wird. Daher werden wir die theoretischen Konzepte, Methodologien und Geltungsbereiche ausgewählter sozialwissenschaftlicher Methoden explizieren und ihre Anwendung in kleinen studentischen Forschungsprojekten praktisch erproben und vertiefen. 

 

In einem ersten Teil werden wir uns mit der Logik eines Forschungsprozesses beschäftigen und den Zusammenhang von Erkenntnisinteresse, Fragestellung, Forschungsdesign, Datenerhebung und Datenauswertung thematisieren. Qualitative und quantitative Ansätze sind nach ihren je spezifischen Logiken zu befragen und Kriterien für ihre Reichweite und Güte zu entwickeln. Ethisch-rechtliche Dimensionen des Feldzugangs und des gewissenhaften Umgangs mit menschenbezogenen Forschungsdaten sind zu berücksichtigen. 

 

In einem zweiten Teil werden verschiedene Datenerhebungsverfahren vorgestellt (z.B. Audiovisuelle Aufnahmen, ethnographische Feldbeobachtung, Interview, Fragebogen, semi-experimentelle Studien) und es wird der Frage nachgegangen, welcher Erkenntnisgewinn auf der jeweiligen Basis erzielt werden kann. 


In einem dritten Teil werden wir uns Einblicke in ausgewählte, primär qualitative Analyseverfahren erarbeiten. Dabei werden wir ihre konzeptuellen Ansatzpunkte explizieren, ihre Reichweite und "blinden Flecken" diskutieren und nach Möglichkeiten der Kombination von Methoden fragen.

 

Parallel zum Plenums-Teil werden wir in studentischen Kleingruppen verschiedene Methodendesigns praktisch erproben. Anhand eines gemeinsamen Rahmenthemas werden in den Gruppen kleine Forschungsprojekte konzipiert, Fragestellungen entwickelt und die entsprechenden Datenerhebungs- und Auswertungsverfahren angewendet.