In diesem Seminar erarbeiten wir uns die Geschichte der Zuckerplantagen und ihrer Krisen in der „größeren Karibik“ (Hispaniola/Haiti, St. Domingue, Brasilien und Cuba). Mit den Portugiesen gelang der Zuckeranbau über die Azoren in die Americas, wo er bald in großem Maßstab angebaut wurde, um den europäischen Zuckerkonsum abzudecken. Dafür wurden Millionen transatlantischer Sklav:innen eingeführt. Zucker war von stragischer Bedeutung für die Kolonialherrschaft. Wir werden uns mit dem Aufgang und Niedergang der Zuckerplantagen auseinandersetzen: Warum erfuhr die Zuckerproduktion im post-revolutionären Haiti einen Niedergang, während sie nebenan auf St. Domingue überlebte? Welche Krisen erlebte die kubanische Zuckerproduktion zwischen dem 19. und 21. Jh.? Wie beeinflusste die Zuckerproduktion Mensch und Umwelt-beziehungen und wie veränderten sich diese im Laufe der Zeit? Dabei werden wir uns kontinuierlich mit großen Forschungsdebatten um den Zucker auseinandersetzen und schauen, inwiefern sie gelöst wurden. Das Seminar richtet sich an alle Studierende ohne Vorkenntnisse der Lateinamerikanischen Geschichte.
Literaturauswahl:
- Ayala, C. J., American Sugar Kingdom: The Plantation Economy of the Spanish Caribbean, 1898-1934 (Chapel Hill: UNCP, 1999).
- BOSMA, ULBE, The World of Sugar: How the Sweet Stuff Transformed Our Politics, Health, and Environment over 2,000 Years (Belknap Press, 2023).
- Bulmer-Thomas, Victor, The Economic History of the Caribbean since the Napoleonic Wars (New York, NY: Cambridge University Press, 2012).
- Mintz, Sidney W., The Sugar Barons: Family, Corruption, Empire and War (London, Penguin, 1985).
- Monzote, Reinaldo Funes, ‘The Greater Caribbean: From Plantations to Tourism’ RCC Perspectives, no. 7 (2013): 17–24.
- Tomich, Dale. “World Slavery and Caribbean Capitalism: The Cuban Sugar Industry, 1760-1868,” Theory and Society 20, no. 3 (1991): 297–319.
- Lehrende(r): Nina Schneider