Der Kurs sammelt Programme, Aufzeichnungen und Auseinandersetzungen rund um die Ringvorlesung.
- Lehrende(r): Pfaff Nicolle
Der Kurs sammelt Programme, Aufzeichnungen und Auseinandersetzungen rund um die Ringvorlesung.

Die Lebenswelten von Familien in Deutschland unterscheiden sind im Hinblick auf soziale, ethnische und ökonomische Merkmale (Familienstruktur, Migration) und vorhandenen Ressourcen (soziales, ökonomisches und kulturelles Kapital). Diese unterschiedlichen Lebenswelten und soziale Ungleichheiten bilden sich räumlich ab. In jeder Kommune (damit sind Städte, Kreise und Gemeinden gemeint) gibt es Quartiere mit unterschiedlicher Wohn- und Lebensqualität und es gibt Nachbarschaften in denen sich eine Konzentration sozialer Benachteiligung beobachten lässt. Die ungleiche Verteilung von Menschen zwischen den Quartieren einer Kommune wird als Segregation bezeichnet und kann negative Auswirkungen auf Gesundheit, Bildung und soziale Teilhabe haben.
Was kann nun getan werden, um diese negativen Folgen von Segregation zu reduzieren bzw. zu vermeiden? Zunächst müssen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diese unterschiedlichen Lebenswelten kennen (Sozialstrukturanalyse und Sozialberichterstattung). Dabei stellt sich zunächst die Frage nach Daten, mit denen die unterschiedliche Lebenswelten und Herausforderungen in einer Kommune abgebildet werden können und wie diese Daten zu interpretieren sind. Allerdings ist eine gute Datengrundlage jedoch noch keine hinreichende Bedingung um soziale Ungleichheit in den Kommunen zu reduzieren, denn aus den Daten müssen Bedarfe und Handlungsmöglichkeiten abgeleitet werde („Von Daten zu Taten“). In diesem Zusammenhang werden sozialpolitische und pädagogische kommunale Strategien im Bereich der frühen Kindheit wie die Frühen Hilfen, der Kindertagesbetreuung, der Ganztagsbildung, als auch bereichsübergreifende integrierte kommunale Konzepte und Netzwerke reflektiert, sowie die Rolle von Institutionen (wie Kindertageseinrichtungen und Schulen) in den Blick genommen. Es werden die Handlungsmöglichkeiten und Grenzen von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutiert.
Diese Vorlesung findet überwiegend asynchron über
Videoaufzeichnungen und anderen Lehrmaterialien in Moodle statt. Der
Einschreibeschlüssel für den zugehörigen Moodle-Kurs wird ab Mitte
Oktober an dieser Stelle bekannt gegeben.
Für
Kinder und Jugendliche ab einem gewissen Alter ist die Schule eine zentrale
Bildungsinstitution, allerdings neben mehreren anderen. In der Vorlesung wird
das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen im Zusammenspiel mehrerer
Bildungsinstitutionen beleuchtet und neben der Schule und der Familie vor allem
das Feld der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt. Die Studierenden erfahren
etwas über den historischen Wandel der Bedingungen des Aufwachsens, wie
unterschiedlich das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen aktuell ist und wie
Kinder und Jugendliche im Kontext von Schule und von Kinder- und Jugendhilfe
unterstützt werden können.


