- Lehrende(r): Anna Michaelis
- Lehrende(r): Claudia Spanier
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Proseminar mit Übung Textkompetenz FNZ
„Weiberregiment“ – Geschlecht, Macht und Herrschaft in der Frühen Neuzeit
Die Besetzung der höchsten politischen Ämter durch Frauen gilt in der Gegenwart als Kennzeichen von Gleichberechtigung und Modernisierung. Dies hängt nicht zuletzt mit der weitverbreiteten Vorstellung zusammen, dass Frauen erst mit der Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts (in Deutschland 1919) „Politikfähigkeit“ erlangt hätten. Tatsächlich ist jedoch mit dem Ende des Alten Reiches im Jahr 1806 und der vorausgegangenen Säkularisation das Wissen um die legitime Herrschaftsausübung von Frauen in der Vormoderne gegangen. Bis dahin übernahmen adlige Frauen als (vormundschaftliche) Regentinnen und Witwen stellvertretend die Herrschaft ihrer Männer und Söhne, regierten Erbtöchter (wie Maria Theresia von Österreich oder Elizabeth I. von England) ebenso wie die Äbtissinnen der Reichsklöster und -stifte qua eigenen Rechts. Aber nicht nur im Adel, sondern auch in anderen ständischen Schichten waren Frauen als Teil des „Arbeitspaares“ (Heide Wunder) an der Herrschaft über Kinder und Gesinde, an der Amtsführung im Pfarrhaus oder als Meisterinnen am Handwerk beteiligt. Dabei war die Herrschaftsbeteiligung von Frauen im staatstheoretischen und gesellschaftspolitischen Diskurs der Frühen Neuzeit keinesfalls unumstritten, sondern immer wieder Gegenstand von Streitigkeiten („Querelle des femmes“).
Anhand verschiedener westeuropäischer Fallbeispiele werden im Seminar sowohl unterschiedliche Formen weiblicher Herrschaft in der Frühen Neuzeit, deren rechtliche Bedingungen ebenso wie die zeitgenössische Kritik als auch (geschichts-)wissenschaftliche Konzepte auf der Grundlage von Sekundärliteratur und kurzen Quellenauszügen erarbeitet. Ziel ist es, anhand weiblicher Handlungsräume und Rollenbilder grundlegende Ordnungsvorstellungen der Frühen Neuzeit deutlich zu machen. Ein methodischer Schwerpunkt des Seminars liegt auf dem kritischen Verständnis von Forschungsliteratur. In Verbindung mit der begleitenden Übung zur geschichtswissenschaftlichen Textkompetenz wird zudem das Verfassen wissenschaftlicher Texte praktisch eingeübt.
Literatur: Sharon L. Jansen, The Monstrous Regiment of Women. Female Rulers in Early Modern Europe, New York 2002; Katrin Keller (Hrsg.), Gynäkokratie. Frauen und Politik in der höfischen Gesellschaft der Frühen Neuzeit, in: zeitenblicke 8 (2009); Heide Wunder, „Er ist die Sonn‘, sie ist der Mond“. Frauen in der Frühen Neuzeit, München 1992.
- Lehrende(r): Anke Fehring
- Lehrende(r): Teresa Schröder-Stapper
- Lehrende(r): Helge-Fabien Hertz
- Lehrende(r): Max Keilhau
Heutzutage ist gerade mit dem Trend der International und Global
Histories die Historiographie so international vernetzt wie fast nie
zuvor. Doch wie kam es dazu? War Geschichtsgeschichte bis dahin eher
national geprägt? Das 19. Jahrhunder markierte die erste große
Verwissenschaftlichung von Geschichtsschreibung in Westeuropa da. Zu
diesem Zeitpunkt wollten Historiker wie Leopold von Ranke die Geschichte
schreiben "wie sie wirklich war". Auch hier wurde schon ein reger
Austausch betrieben und Großbritannien beispielsweise sah aktiv zu den
Deutschen Landen und ihrer Universitätsstruktur für Inspiration.
Gleichzeitig fiel diese Entwicklung in einen Zeitraum des Nationalismus,
der Geschichtsschreibung gerade auch im Rahmen einer kohärenten
nationalen Erzählung für sich vereinahmte. Dieses Seminar will die
Entwicklung von Geschichtsschreibung im Sinne von interkulturellen und
internationalen Betrachen. Wie entwickelte sich die Geschichtsschreibung
und wie verlief der Austausch? Gab es Vorreiter*innen in der
Zusammenarbeit oder auch Hürden? Woher kamen Sie? - Die
Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte zu lesen wird erwartet.
Literaturhinweise:
-
Stefan Berger, Peter Lambert & Peter Schumann (Hsg.),
Historikerdialoge. Geschichte, Mythos und Gedächtnis im
Deutsch-britischen kulturellen Austausch 1750-2000, Göttingen 2003.
-
Benedikt Stuchtey, Peter Wender (Hsg.), British and German
Historiography 1750-1950. Traditions, Perceptions, and Transfers, Oxford
2000.
- Catherine Hall, Macaulay and Son (Yale: Yale University Press, 2012) 260-263
- Lehrende(r): Mathis Jonathan Gronau
- Lehrende(r): Anna Michaelis
Das persische Achämenidenreich gilt oft als das erste „Weltreich“ der Geschichte. Es erstreckte sich etwa ab der Mitte des 6. Jh. v.Chr. bis ins späte 4. Jh. v.Chr. über den Großteil des östlichen Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens bis nach Zentralasien. In der westlichen Forschung und Öffentlichkeit ist es vor allem durch seine kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Griechen bekannt, wobei die sogenannten Perserkriege (490 und 480/79 v.Chr.) den ersten Höhepunkt bildeten. In diesem Proseminar werden wir indes besonders die Expansion dieses Reiches und seine frühen Beziehungen zu den Griechen in den Blick nehmen und dabei auch der Frage nach den Voraussetzungen und längerfristigen Ursachen der späteren Perserkriege nachgehen.
Wie in jedem althistorischen Proseminar besteht das zentrale Lernziel darin, das Handwerk und die Werkzeuge von Althistoriker:innen kennen zu lernen und diese an einem konkreten Thema erproben zu können. Grundsätzliche und methodische Fragen der Alten Geschichte nehmen darum breiten Raum ein, wobei jedoch immer ein Bezug zum Seminarthema hergestellt wird. Am Ende des Kurses sollen Sie befähigt sein, einen kurzen wissenschaftlichen Aufsatz in Form einer Hausarbeit im Bereich des Seminarthemas zu verfassen. Zum leichteren Erwerb des dafür nötigen Überblickswissens wird der begleitende Besuch der thematisch passenden Vorlesung bei Herrn Prof. Blösel (Di 14-16) dringend empfohlen!
- Lehrende(r): Daniel Emmelius
In den antiken griechischen Poleis spielte Religion in nahezu allen Lebensbereichen eine Rolle. Auch zahlreiche politische Handlungen wurden von religiösen Ritualen wie Opfern und Gebeten begleitet. Im Jahresverlauf fanden zudem nicht wenige Feste mit Prozessionen und Spielen statt. Im Seminar werden wir uns besonders mit der Frage nach der Bedeutung von solchen religiösen Praktiken für das Zusammenleben in der Polisgemeinschaft beschäftigen.
Wie in jedem althistorischen Proseminar besteht das zentrale Lernziel darin, das Handwerk und die Werkzeuge von Althistoriker:innen kennen zu lernen und diese an einem konkreten Thema erproben zu können. Grundsätzliche und methodische Fragen der Alten Geschichte nehmen darum breiten Raum ein, wobei jedoch immer ein Bezug zum Seminarthema hergestellt wird. Am Ende des Kurses sollen Sie befähigt sein, einen kurzen wissenschaftlichen Aufsatz in Form einer Hausarbeit im Bereich des Seminarthemas zu verfassen.
- Lehrende(r): Daniel Emmelius
In diesem Proseminar wird am Beispiel der Colonia Ulpia Traiana (C.U.T.) im heutigen Xanten das Leben in einer römischen Stadt sowie ihr Aufbau, ihre Bedeutung und ihre Entwicklung untersucht. Dabei wird exemplarisch in das Fach Geschichte und seine Methoden, besonders in die Alte Geschichte sowie ihre altertumswissenschaftlichen Grund- und Nachbarwissenschaften eingeführt. Im Rahmen des Seminars ist auch verpflichtende Exkursion nach Xanten geplant.
- Lehrende(r): Daniel Emmelius
In diesem Proseminar wird am Beispiel der Colonia Ulpia Traiana (C.U.T.) im heutigen Xanten das Leben in einer römischen Stadt sowie ihr Aufbau, ihre Bedeutung und ihre Entwicklung untersucht. Dabei wird exemplarisch in das Fach Geschichte und seine Methoden, besonders in die Alte Geschichte sowie ihre altertumswissenschaftlichen Grund- und Nachbarwissenschaften eingeführt. Im Rahmen des Seminars ist auch verpflichtende Exkursion nach Xanten geplant.
- Lehrende(r): Daniel Emmelius
Das Bundesverfassungsgericht gilt als Vollendung des deutschen Rechtsstaats und als zentraler Akteur der Liberalisierung der Bundesrepublik in den 60er und 70er Jahren.
Am Beispiel der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sollen verschiedene historische Fragestellungen aus einer sozial- und kulturgeschichtlichen Perspektive diskutiert werden.
Ulrich Herbert: Was nützt eine Historisierung des Bundesverfassungsgerichts? Die Perspektive der Zeitgeschichte, in: Florian Meinel (Hg.): Verfassungsgerichtsbarkeit in der Bonner Republik, Tübingen 2019, S. 15–25.Till van Rahden: Demokratie und väterliche Autorität. Das Karlsruher „Stichentscheid“-Urteil von 1959 in der politischen Kultur der frühen Bundesrepublik, in: Zeithistorische Forschungen 2/2 (2005), S. 160–179.
Claudia Roesch: Pro Familia and the reform of abortion laws in West Germany, 1967–1983, in: Journal of Modern European History 17/3 (2019), S. 297–311.
Benno Gammerl: Anders fühlen: schwules und lesbisches Leben in der Bundesrepublik: eine Emotionsgeschichte, München 2021.
Nadine Drönner: Das »Homosexuellen-Urteil« des Bundesverfassungsgerichts aus rechtshistorischer Perspektive, Tübingen 2020.
- Lehrende(r): Nils Bennemann
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Fantasien und Ideen von der Südsee waren seit den Reisen von James Cook und Thomas Foster im 18. Jahrhundert fest in den Vorstellungen der deutschen Öffentlichkeit verankert. In diesem Zusammenhang von Prestige und Fantasie kann der Erwerb der Kolonien Neuguinea und Samoa 1899 gesehen werden. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der kultur-, sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Rolle dieser Kolonien und arbeitet anhand verschiedener Akteure die Besonderheiten dieses Teils der deutschen Kolonialgeschichte heraus. Dabei stehen auch Debatten innerhalb des Deutschen Reiches über die kolonialen Vorgänge im Fokus.
Die Bereitschaft englischsprachige Texte zu lesen und vorzubereiten wird vorausgesetzt. Die Teilnahme verpflichtet gleichzeitig zur Vorbereitung eines mündlichen Referats (ggf. in Gruppenarbeit). |
- Lehrende(r): Sabine Hanke
Hier finden Sie alle Materialien für die Vor- und Nachbereitung des Proseminars. Ich werde Ihnen regelmäßig Texte und ggf. zusätzliches Material (Einführungstexte, Präsentationen etc.) einstellen, die Sie dann bitte jeweils zur nächsten Sitzung lesen und ggf. bearbeiten. Wenn es neue Materialien zum Download gibt, informiere ich Sie entsprechend. Bitte bringen Sie die Materialien immer in ausgedruckter oder digitaler Form (auf Tablet oder Laptop, NICHT auf dem Smartphone) mit.
Außerdem werden hier Ankündigungen gepostet, etwa in Bezug auf Terminänderungen oder besondere Anforderungen für Ihre Vorbereitung.
- Lehrende(r): Anna Michaelis
Die Presse wird zunehmend das Ziel aktiver Kritik von allen Seiten
der Gesellschaft, sei es der Sensationalismus oder eine ‚angebliche‘
politische Agenda. Doch trotz aller Kritik und auch wenn sie schon seit
Jahren als untergehend bezeichnet werden, hält sich Presse in der
Medienlandschaft Deutschlands und Großbritanniens immer noch standhaft.
Viele haben mittlerweile eine Online-Version, doch Aspekte wie
Feuilleton, Korrespondent*innen, Abonnent*innen, Sensationalismus und
Schlagzeilen sind erstaunlich gleich geblieben. War dies etwa immer
schon so? Das Seminar untersucht, wie sich die Presselandschaft in
Großbritannien und Deutschland von 1900 bis zur Wiedervereinigung hin
verändert hat. Welche Akteure waren beteiligt? Wie haben sich Bild und
Sprache der Presseprodukte verändert? Hierbei werden wir chronologisch
Pressearbeit, Rezeption und bestimmte Presseerzeugnisse genauer in den
Blick nehmen um diese Entwicklung genauer verstehen zu können.
Die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte zu lesen wird erwartet.
Literaturhinweise:
- Bob Franklin (Hsg.): Pulling Newspapers Apart. Analysing Print Journalism, London 2008
-
Christian Sonntag: Rudolf Michael. Vom Kaiserreich zur Bild-Zeitung:
Ein deutsches Journalistenleben im 20. Jahrhundert, Frankfurt 2014
- Harry Pross: Zeitungsreport. Deutsche Presse Im 20. Jahrhundert, Stuttgart 2000
- Adrian Bingham & Martin Conboy: Tabloid Century. The Popular Press in Britain 1896 to the Present, Oxford 2015
- Lehrende(r): Mathis Jonathan Gronau
- Lehrende(r): Anna Michaelis
- Lehrende(r): Dominik Rotter
- Lehrende(r): David Passig
Die Covid 19-Pandemie verdeutlicht uns nachhaltig, welche Schlüsselrolle die gesundheitliche Aufklärung für die Funktion der Gesundheitssysteme weltweit spielen. Doch was bedeutet das eigentlich – gesundheitliche Aufklärung und Public Health? Und wie entwickelten sich diese Funktionssektoren der Gesundheitspolitik in der Bundesrepublik Deutschland seit bzw. zunächst der westlichen Besatzungszone seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges? Waren es zunächst Probleme von Hunger und Mangelernährung, die als gesundheitliche Probleme der westdeutschen Bevölkerung im Vordergrund standen, änderten sich die Herausforderungen der Gesundheitsfürsorge mit dem wirtschaftlichem Aufschwung und damit verbundenen wachsendem Wohlstand der 1950er und 1960er Jahre rasant: Plötzlich standen mit falscher Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol- und Nikotinkonsum Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Herzfunktionsstörungen und Lungenkrebs im Zentrum von Debatten um die Notwendigkeit gesundheitlicher Wissensvermittlung. In den 1980er Jahren war es schließlich eine neue Pandemie, die Panik und nicht zuletzt auch massive Diskriminierungen einzelner Gruppen in der Bevölkerung verbreitete. AIDS/HIV stellte die 1967 gegründete Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vor ganz neue Herausforderungen, die neue ehrenamtliche Institutionsgründungen wie die Aidshilfe stimulierte.
In dem Proseminar werden wir zentrale Stationen in der Entwicklung der gesundheitlichen Aufklärung in Deutschland seit den späten 1940er Jahren beleuchten und ihren Funktionswandel über den Zeitraum der letzten 80 Jahre analysieren.
- Lehrende(r): Christian Krumm
- Lehrende(r): Anna Michaelis
- Lehrende(r): Alexandra Pontzen
- Lehrende(r): Aline Vogelsang
Der Kurs gehört zum Masterseminar "Psychologie der Lebensspanne" im Master Psychologie.
- Lehrende(r): Linda Cordes
- Lehrende(r): Mike Lüdmann
Das Seminar wird sich mit Bezug
- auf Akten der Erbgesundheitsgerichte aus der Zeit des Nationalsozialismus und
- auf der Grundlage damaligen Beiträge der psychiatrischen und psychologischen Literatur mit der Frage beschäftigen, in welcher Form sich die psychologischen Wissenschaften an der Umsetzung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juni 1933 beteiligt haben.
- Die Begegnung mit geistig behinderten Jugendlichen einer Einrichtung der Lebenshilfe Gelderland und ihren begleitenden Sozialpädagogen wird uns mit der Frage konfrontieren, wie diese Gruppe in unserer Gesellschaft heute wahrgenommen und integriert wird.
- Lehrende(r): Bernd Kern

