Während des Zweiten Weltkriegs steigerte das nationalsozialistische Deutschland seine judenfeindlichen Maßnahmen zu einer Politik der Vernichtung. Bereits mit dem Polenfeldzug von 1939 verbanden sich Massaker an polnischen Juden im großen Maßstab; diese Vorgehensweise wiederholte sich während des Krieges gegen die Sowjetunion. Im Januar 1942 schließlich wurde auf der Wannseekonferenz eine Systematisierung des Genozids beschlossen, die zum Bau von Vernichtungslagern führte. Überall im deutschen Machtbereich, also während der Jahre 1941 bis 1944 in den meisten europäischen Ländern, wurden als Juden klassifizierte Menschen verfolgt, verhaftet und dem Vernichtungsapparat überstellt.
Das Seminar wird diesen Prozess auf der Basis der neueren Ansätze der Forschung (Opfer- und Täterforschung, Untersuchungen zum Alltag in den Konzentrationslagern, Forschung zur Kollaboration etc.) rekonstruieren.
Literatur:
Friedländer, Saul, Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden. Zweiter Band 1939-1945, München 2006.
Hilberg. Raul, Täter, Opfer, Zuschauer: Die Vernichtung der Juden 1933-1945, Frankfurt a.M. 1996.
Wachsmann, Nikolaus, KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, München 2018.