Erfolgreiche Influencer:innen und Blogger:innen sehen wir in Online-Netzwerken nicht nur im Bereich Mode und Lifestyle, sondern immer mehr im Bereich der Gesundheit. Dabei können diese Key Player im Netzwerk systematisch und mit großer Reichweite nicht nur zur Bildung, sondern auch zur Verhaltensänderung ihrer Follower:innen beitragen. Nahezu unerforscht ist hierbei der Bereich der Sexualaufklärung: Unter Accounts wie "Richtig Schwanger", "die.mamareike" oder "LittleFellow" klären Mediziner:innen oder Sexualpädagog:innen über alle Facetten der Sexualität auf und gehen regelmäßig auf Fragen ihrer Community ein. Während das Feedback der Community in Form von Kommentaren durchweg positiv ist, bleibt weiterhin unklar, welchen Bildungs-Mehrwert diese Kanäle tatsächlich haben. In diesem Praxisprojekt werden wir uns im Seminar-Teil mit der bisherigen medienpsychologischen Forschung zur Online-Sexualaufklärung, zu den Motiven von Influencer:innen und ihren Follower:innen, zum Wirkungspotenzial von (Health) Influencer:innen sowie zu erfolgreichen Kommunikationsstrategien solcher Kanäle auseinandersetzen. Im praktischen Teil können unterschiedlichen Fragestellungen behandelt werden. Verschiedene Schwerpunkte können entlang der Interessen der Studierenden in den ersten Sitzungen gemeinsam bestimmt werden. Demnach ist es beispielsweise möglich
a) inhaltsanalytisch die Strategien der Wissensvermittlung zu untersuchen (wie wird Wissen „verpackt?“),
b) die Motive der Follower:innen zu erfassen (wer abonniert solche Kanäle und warum?),
c) die Wirkung von Health Influencer:innen zu erforschen (wann ist der Aufklärungsmehrwert am ehesten gegeben? Welche Form der Bindung muss zu den Influencer:innen vorherrschen? Wird tatsächlich neues sexuelles Wissen erworben? Profitieren Menschen im Sinne ihrer sexuellen Gesundheit von solchen Health Influencer:innen?).
Ausgehend von den empirischen Befunden sollen Handlungsempfehlungen für Health Influencer:innen abgeleitet werden, um ihre Sexualaufklärung erfolgreicher zu gestalten.