Lehrstuhl für Medizinmanagement
- Lehrende(r): Lehrstuhl für Medizinmanagement
- Lehrende(r): Anna Neumann
- Lehrende(r): Markos Uyanik
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In diesem Seminar geht es um zwei wichtige Konzepte zur Analyse der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit. Leitbilder und Diskurse sind Bestandteil der symbolischen Ordnung einer Gesellschaft. Sie vermitteln zwischen den sozialen Strukturen und dem Verhalten der Individuen.
Der Leitbildbegriff umfasst unterschiedliche Konzepte; es wird unterschieden zwischen Leitbildern von Einzelpersonen, Organisationen und ganzen Gesellschaften. Kulturelle Leitbilder sind Vorstellungen über gutes und richtiges Handeln, die Normen und Wertvorstellungen beinhalten können und in Sozialisationsprozessen erworben werden.
Diskurse sind Formen der sozialen Konstruktion von Welt im Sprachgebrauch – häufig im öffentlichen Sprachgebrauch, z.B. in den Medien. Diskurse lassen sich als Versuche verstehen, "Bedeutungszuschreibungen und Sinn-Ordnungen" für eine begrenzte Zeit zu stabilisieren und "dadurch eine kollektiv verbindliche Wissensordnung" in einer sozialen Gruppe oder Gesellschaft "zu institutionalisieren“" (Keller 2007). Leitbilder kommen in Diskursen zur Sprache. Sie werden über Diskurse kommuniziert, ausgetauscht und verbreitet, und in Diskursen können sie aktualisiert und miteinander verknüpft werden.
Im Seminar werden die Konzepte an Hand von empirischen Beispielen aus unterschiedlichen sozialen Kontexten aus den Bereichen Kindheit, Familie und Bildung vorgestellt. Dabei werden Fragen nach sozialer Ungleichheit und Ungleichheit der Geschlechter angesprochen, die durch Leitbilder und Diskurse erzeugt und reproduziert werden. Auch die Veränderung von Leitbildern und Diskursen als Folge des gesellschaftlichen Wandels wird angesprochen.
Außerdem werden Methoden vorgestellt und ausprobiert, mit denen Leitbilder und Diskurse empirisch untersucht werden können. Der Fokus liegt auf Methoden, die mit einem geringen finanziellen und logistischen Aufwand durchgeführt werden können und vorgefundenes Material analysieren, z.B. Ratgeberliteratur, Homepages von Schulen und Universitäten sowie Dokumente, die von diesen Organisationen zum Download bereit gestellt werden. Dabei geht es auch um die Frage nach öffentlich dargestellten Selbst- und Menschenbildern von Bildungsorganisationen und ihr Ungleichheitspotenzial.
Das Seminar möchte zu einem kritischen Blick auf aktuelle Leitbilder und Diskurse im Bereich Kindheit, Familie und Bildung anregen und vermittelt Methoden zur Analyse der Konzepte. Daher kann es auch auf eine empirische Abschlussarbeit vorbereiten.
Das Seminar findet in Form von digitalen wöchentlichen Sitzungen (BBB oder Zoom) und asynchronen Einheiten im Selbststudium statt.
Leistungsanforderungen: Regelmäßige Vorbereitung der Seminartermine, Lektüre der Seminartexte und Bearbeitung von Arbeitsaufgaben im Selbststudium.
Studienleistung: Referat oder schriftliche Ausarbeitung zu einer eigenen empirischen Untersuchung (z.B. Homepageanalyse einer Schule).
Prüfungsleitung: Hausarbeit (12-15 Seiten).
Literatur:
Alemann, Annette von, 2015: Deutungsmuster als Gegenstand der Analyse. In: Alemann, Annette von, Gesellschaftliche Verantwortung und ökonomische Handlungslogik. Deutungsmuster von Führungskräften der deutschen Wirtschaft. Wiesbaden: Springer, Kap. 4 (99-121)
Keller, Reiner. 2007. Diskursforschung: Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. 3., aktual. Aufl. Wiesbaden: VS.
Schneider, Norbert F./ Diabaté, Sabine/ Ruckdeschel, Kerstin (Hg.), 2015: Familienleitbilder in Deutschland. Kulturelle Vorstellungen zu Partnerschaft, Elternschaft und Familienleben. Opladen u.a.: Barbara Budrich.
Scholz, Sylka/ Lenz, Karl/ Dressler, Sabine (Hg.), 2013: In Liebe verbunden. Zweierbeziehungen und Elternschaft in populären Ratgebern von den 1950ern bis heute. Bielefeld: transcript.
Das in der Sozialen Arbeit vornehmlich von Hans Thiersch geprägte Konzept der Lebensweltorientierung bezeichnet sowohl ein Rahmenkonzept erziehungswissenschaftlicher Theoriebildung als auch eine Orientierung sozialpädagogischer Praxis und erfährt seit etwa 40 Jahren große Aufmerksamkeit.
Auf der Basis ausgewählter Texte von Hans Thiersch werden wir im Seminar u.a. diskutieren, was eigentlich (begriffstheoretisch) unter den in sozialpädagogischen Diskursen geradezu inflationär verwendeten Begriffen der „Lebenswelt“ und der „Lebensweltorientierung“ verstanden werden kann, welche theoretischen Grundlagen diesem prominenten Konzept zugrunde liegen und wie es durch Soziale Arbeit mit Blick auf die eigene sozialpädagogische Praxis aufgegriffen wird (bzw. werden kann).Der Begriff Gouvernementalität geht auf den Sozialphilosophen Michel Foucault zurück. In den letzten 20 Jahren wurde diese Perspektive für die Theorie Sozialer Arbeit fruchtbar gemacht. Der Begriff Gouvernementalität wird für ein spezifisches Feld an machtanalytischen Perspektiven gebraucht. Zum einen ist damit ein relationales Verständnis gesellschaftlicher Machtverhältnisse verbunden (weites Verständnis). Darüber hinaus steht dieser Begriff aber auch für die Geschichte der Entstehung des ‚modernen‘ (Regierungs-)Staates (enges Verständnis) und mit ihm die unterschiedlichen Institutionen der öffentlichen Daseinsvorsorge, wie die Soziale Arbeit.
Daher ist Gouvernementalität nicht nur als eine Theorieperspektive zu verstehen, sondern vor allem auch als eine Analytik, deren Kennzeichen eine poststrukturalistische Sozialtheorie, eine historische Erkenntnismethode und ein spezielles Verständnis von Kritik beinhaltet. Die Gouvernementalität Sozialer Arbeit ist als eine Kritik (an) Sozialer Arbeit zu lesen. Es geht also darum Soziale Arbeit zu problematisieren und sie als Teil der gesellschaftlichen Verhältnisse zu reflektieren. Als Kritik Sozialer Arbeit hat sie die Funktion pointiert und in zugespitzter Weise Kritik zu formulieren und nicht die Praxis anzuleiten, zu begründen oder zu legitimieren.
Für eine gelungene Teilnahme wird das regelmäßige Erarbeiten der Literatur, die Beteiligung im Seminar, die Bereitschaft zur Arbeit in Kleingruppen vorausgesetzt, erwartet wird auch Neugierde und Interesse daran, anders über Soziale Arbeit nachzudenken und die Bereitschaft sich mit komplexen Gedankengängen zu konfrontieren. Wir werden uns gemeinsam mit dem Poststrukturalismus, Kritikverständnis, Machtverhältnissen, Geschichte Sozialer Arbeit, Regierung u. Menschenführung, sozialpolitischer Programmierung Sozialer Arbeit, mit Diskurs- und Praxisbegriff und empirischen Arbeiten zur Gouvernementalität Sozialer Arbeit usw. auseinandersetzen, um uns hierüber diese Theorie Perspektive zu eigen zu machen.
Hierzu werden wir einen Reader anlegen in dem die relevanten Texte gesammelt werden.
Ich sehe die Herstellung einer respektvollen, fokussierten und offenen Arbeitsatmosphäre im Seminar als gemeinsame Aufgabe der Seminarleitung und der Teilnehmenden.
Ich freue mich auf ein interessantes Seminar mit ihnen.
Trotz guter Anknüpfungsmöglichkeiten existiert bislang keine Theorie Sozialer Arbeit, die sich explizit auf den Soziologen Pierre Bourdieu bezieht. Vor diesem Hintergrund soll sich das durchgeführte Lektüreseminar mit dessen Werk sowie möglichen Verknüpfungen zur Profession der Sozialen Arbeit befassen.
In den Blöcken I und II sollen vor diesem Hintergrund Ausschnitte aus Werken Bourdieus gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden. Block III dient schließlich der reflexiven Auseinandersetzung sowie gemeinsam diskutierten Überlegungen hinsichtlich einer Theoriebildung Sozialer Arbeit, die sich auf Bourdieu bezieht.
Der globale Klimawandel und die voranschreitende Zerstörung komplexer Ökosysteme stellt die Weltgesellschaft vor bisher ungeahnte Herausforderungen. Der Handlungsdruck, der von den bereits spürbaren Folgen der ökologischen Krise ausgeht, macht nicht nur eine Umgestaltung der vorherrschenden Lebensweise und Konsummuster unabdingbar; um die Krisendynamik nicht weiter zu verschärfen, ist ein drastischer Umbau der Produktionsweise und -struktur erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist in den letzten Jahren eine soziologische Debatte entstanden, die sich sowohl mit den Ursachen der ökologischen Krise als auch mit möglichen Lösungsansätzen beschäftigt - u. a. auch das seither viel beachtete Buch "Revolution für das Klima" des Wirtschaftsgeografen Christian Zeller.
Im Rahmen des Buches führt Zeller in die Grundproblematik des menschengemachten Klimawandels ein und verdeutlicht dabei den Zusammenhang zwischen der systematischen Zerstörung der Umwelt und der Logik der kapitalistischen Produktionsweise und Klassenverhältnisse. Darauf aufbauend entwickelt er aus einer ökosozialistischen Perspektive strategische Ansatzpunkte im Umgang mit der ökologischen Krisendynamik. Diese umfassen u. a. Fragen nach gesellschaftlicher Mitbestimmung und sozialer Gerechtigkeit, der Umgestaltung der vorherrschenden kapitalistischen Produktions- und Eigentumsverhältnisse, dem Umbau des Mobilitäts- und Finanzsektors sowie der Rolle des Staates in der dringend benötigten Transformation des Mensch-Natur-Verhältnisses.
Das Seminar zielt einerseits darauf ab, einen Einblick in die Debatte um (ökosozialistische) Alternativen im Umgang mit der globalen Umweltkrise zu gewähren. Andererseits dient es dazu, einen anspruchsvollen Primärtext intensiv zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Die Lektüre wird elektronisch bereitgestellt oder kann eigenständig erworben werden. Im Rahmen des Seminars wird eine aktive Beteiligung an der gemeinsamen Diskussion, die gründliche Lektüre der Seminarliteratur und die Übernahme eines Referats/Sitzungsprotokolls erwartet. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Alle, die sich für den Zusammenhang von Natur- und Klassenverhältnissen interessieren, sind herzlich eingeladen.
Das Seminar ist der Lektüre ausgewählter Texte zur ‚African American Art‘ bzw. ‚Black Art‘ in den USA und ihrem Kontext im ‚Black Atlantic‘ gewidmet. Gelesen werden ausgewählte Quellentexte, Aufsätze und Beiträge seit den 1920er Jahren der und über die wichtigsten Akteur*innen des ‚New Negro Movement/ Harlem Renaissance‘ und ‚Black Arts Movement‘ der 1960/70er, die bis bis zum ‚Post-Black‘ und in die Gegenwart enormen Einfluss auf die Kunst und ästhetische Positionierung der künstlerischen Bewegungen und einzelner Künstler*innen in den USA hatten. Die Texte sollen jeweils eigenständig erarbeitet, strukturiert exerpiert und im Blockseminar im Rahmen von (Gruppen-/ Einzel-) Referaten erläutert sowie einschließlich ihrer Autor*innen vorgestellt werden. Besonderes Augenmerk liegt neben den Techniken der Lektüre, des wissenschaftlichen Text-Exzerpts und den Fachbegriffen auf den Inhalten der Quellentexte, Beiträge und Künstler-Statements, über die sich die Kunstgeschichte der ‚African American Art‘ nachzeichnen und wichtige künstlerische Positionierungen erschließen lassen.
Dieser Kurs dient den Studierenden der Studiengänge VWL BA und VWL MA als Lernraum, zur Vernetzung auch über die Grenzen des Bachelor hinaus, die Bildung von Lerngruppen, zur Information, den Austausch von Terminen aber auch insbesondere zur gemeinsamen Diskussion und Unterstützung im Studium und darüber hinaus.
Wir begrüßen ab sofort auch Studierende der Studiengänge Gesundheitsökonomik, BWL BA, Master Energy and Finance und Master Märkte und Unternehmen. Sollte der Raum irgendwann zu unübersichtlich werden, können wir daraus aber auch zwei Räume für die unterschiedlichen Interessen erstellen.
Bitte achtet auf einen fairen Umgang miteinander und vermeidet es, urheberrechtlich geschützes Material hochzuladen.
Der Raum lebt von Euren Beiträgen. Der Raum wird von Euch selbst organisiert. Wir wünschen Euch viel Erfolg und hoffen, dass dieser Raum Euer Studium bereichert, erleichtert und euch die Möglichkeit gibt, Eure Anregungen und Ideen auch umzusetzen.


Online-Sprechstunden über den big blue button Link in diesem Moodle Classroom:
Montags 10-12 Uhr
Dienstags 10-12 und 12-14 Uhr (mit Tutorenwechsel)
Mittwochs 10-14 Uhr
Donnerstags 10-12 und 12-14 Uhr (mit Tutorenwechsel)
Beginn am 4.5.
In diesem Seminar geht es um die Vertiefung psychologischer Grundlagen der Lern- und Leistungsmotivation. Die Studierenden lernen zentrale theoretische Konstrukte und Modelle kennen (u. a. Erwartung-Wert-Modelle, intrinsische/extrinsische Motivation, motivationale Zielorientierungen), setzen sich mit empirischen Befunden zur Bedeutung von Motivation für Lernen und Leistung auseinander und diskutieren mögliche Maßnahmen zur Motivationsförderung im Schulalltag. Literatur wird im Seminar bekannt gegeben und zur Verfügung gestellt.
In diesem Seminar geht es um die Vertiefung psychologischer Grundlagen der Lern- und Leistungsmotivation. Die Studierenden lernen zentrale theoretische Konstrukte und Modelle kennen (u. a. Erwartung-Wert-Modelle, intrinsische/extrinsische Motivation, motivationale Zielorientierungen), setzen sich mit empirischen Befunden zur Bedeutung von Motivation für Lernen und Leistung auseinander und diskutieren mögliche Maßnahmen zur Motivationsförderung im Schulalltag. Literatur wird im Seminar bekannt gegeben und zur Verfügung gestellt.