In seiner Schrift "Die Erziehung des Farbensinnes" schreibt Alfred Lichtwark: "... für die künstlerische Seite des Problems der Farbe hat die Wissenschaft von ihrer physikalischen Natur keine besondere Bedeutung. Und umgekehrt kann jemand als Forscher über das Wesen des Lichtes und der Farbe, soweit unsere Kenntnis reicht, im Klaren sein, ohne vom ästhetischen Problem der Farbenempfindung eine Ahnung zu haben.“ Diese bereits 1901 beklagte Problematik, dass der künstlerisch-ästhetische Bereich der Farbe viel zu stark von außerästhetischen Aspekten beeinflusst, beurteilt und mitbestimmt wird, ist bis heute latent gegeben. 

Ziel des Seminars ist es einmal, die Problematik, die mit dem physikalischen Paradigma in der Farbvermittlung verbunden ist, aufzuzeigen nachvollziehbar zu machen. Daran anknüpfend wird ein Spektrum an farbdidaktischen Ansätzen, die vom 19. Jh. bis heute reichen, vorgestellt und diskutiert, inwiefern die darin jeweils verfolgten Ziele, die wertvolle Aspekte zu einer Neuorientierung in der Farbvermittlung beitragen können, sich auf fachwissenschaftlich aktueller Basis - d.h. ohne sich dem physikalischen Paradigma unterzuordnen - verfolgen und erreichen lassen.

Voraussetzung für letzteres ist ein Wahrnehmungstraining, das in das Seminar integriert wird.

Hierfür bitte bis Semesterbeginn anschaffen:

Schwarz, Andreas: Wege zur Kunst - Begriffe und Methoden zum Umgang mit Farbe“ (enthält Farbmusterset für das Wahrnehmungstraining). > (https://www.westermann.de/artikel/978-3-507-10071-8/Wege-zur-Kunst-Begriffe-und-Methoden-fuer-den-Umgang-mit-Farbe) <